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InstaTrip #3: Triest …und beinahe Frühling

Eigentlich stellt man sich das März-Ende ja ein bisschen frühlingshafter vor. Um dem zähen Winter zu entfliehen, fährt man nach Triest. Weil so nah und immer wieder gut. Dann kam alles anders und war dennoch gut.

Triest. Zu schön, um daran vorbeizufahren. Es geht nicht um den Cappuccino oder den ersten Aperol des Jahres, der die ersehnte Sommerstimmung einläutet. Es geht um ein Lebensgefühl, so greifbar nah, dass ein Wochenende ausreicht, um darin zu baden.

Wir steigen im Hotel Miramare* ab, knapp vor Triest, in der Nähe des gleichnamigen Schlosses. Direkt an der Promenade am Meer. Die Außenfassade irgendwie alt und abgeblättert, im Inneren konsequentes Kreuzfahrtsschiffdesign mit ganz viel Glas und noch mehr Spiegelflächen. Es hat was, auch wenn es ein bisschen wirkt, als hätte man sich nicht zwischen Boutique- oder Budget-Designhotel entscheiden können.

Verzückt ist man dann schon. Doch weder Bad oder Bett ist daran schuld. Eher der überdimensionale Balkon. Der exklusive Anblick des Meeres bei frühlingshaften Temperaturen – ja, stimmt, genau deshalb sind wir hier! Ach ja, und hier ungestört die Yogamatte auszurollen, war auf diesem Logenplatz das reinste Vergnügen.

Ein Spaziergang auf der Promenade. Oh wie herrlich. Wir sind schon mittendrin im Lebensgefühl, das uns der Winter so lange verwehrt hat.

 

Dann später finden und verlieren wir uns auf den Straßen der Stadt. Weil der Aperol Spritz dort auch im März schon schmeckt. Es ist egal, dass er 4 Euro oder mehr kostet. Es geht schließlich nicht nur um das gefüllte Glas garniert mit schwimmender Blutorange, sondern um den ersten Hauch des Frühlings und die Tatsache, dass wir im Freien sitzen und  in die Sonne blinzeln.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, ohne dass es sich jemand anmerken lässt. Es pulsiert. Es lebt. In den kleinen Gassen ebenso wie auf den großen Plätzen wie der weitläufigen Piazza Grande. Dort singt eine junge Band abwechselnd Songs von den Beatles und Depeche Mode und das gar nicht mal schlecht.

Chic beleuchtet putzen sich die hübschen Gebäude im eklektizistischen Stil – ein bisschen Antike, ein bisschen italienische Renaissance, ein bisschen Barock – bei Nacht erst so richtig heraus. Ziellos zwischen Palazzo Pitteri, Casa Stratti und Palazzo Comunale herumzuwandern, macht hier irgendwie Sinn.

Über Nacht zeigt Triest seine Wankelmütigkeit, überrascht uns der nächste Tag doch mit grauem Himmel, Regen und Kälte, der wir doch eigentlich entfliehen wollten. Plan B führt uns und andere verlorene Touristen in das Schloss Miramare. Naja, sollte man ja schließlich auch mal gesehen haben.

Da lebte er also, Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, bevor er Kaiser von Mexiko und eben dort ermordet wurde. Der Bruder von Kaiser Franz Joseph I. liebte es feudal und prunkvoll, wie man heute im zum Museum umgebauten Castello di Miramare sehen kann.

Ein bisschen schwer wird die Stimmung irgendwann, wenn man zu lange durch Räume mit dunkelroten Samtvorhängen, riesigen Ölgemälden und wuchtigen Chandeliers schlendert. Die arme Charlotte von Belgien, Maximilians Gattin, muss sich hier manchmal einsam gefühlt haben. Besonders bei tristem Regenwetter.

Die Sonne lässt sich bis zum Ende unsere Trips nicht mehr blicken. Stattdessen eine aufgepeitschte See, ein einsamer Frachter irgendwo da draußen und ein paar unerschrockene Möwen. Die einzigen Wesen, denen das Wetter nichts auszumachen scheint. Wir sagen: Arrivederci, Triest! Es war uns dennoch eine Freude.

Hotel Miramare

Viale Miramare 325/1 e 327/1, 34136 Triest, Italien

www.hotelmiramaretrieste.it

Hotel Miramare buchen*

Übrigens: Ein InstaTrip, der ganz ohne Instagram auskommt. Spontan war der Trip zwar schon und die Fotos mit dem allzeit griffbereiten iPhone mal schnell aus der Hüfte geschossen. Dieses Mal allerdings mit Pixlr Express+  weiter verarbeitet. Die App lässt mehr verspielte Experimentierfreudigkeit zu als man es den Fotos vielleicht ansehen mag. Ein cooles Tool für Flashpacker, die dem quadratisch-praktisch-gutem Instagram etwas überdrüssig geworden sind.

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