Meine schönsten Winter-Verstecke in den Alpen – von der Turracher Höhe bis ins Zillertal

10. Februar 2016

Es hab’ den Winter und die Berge für mich entdeckt – und die schönsten Hideaways in den Alpen!

Wo findet man sie, die besonderen Refugien zum Abtauchen? Wo lässt sich der Lärm der Welt zumindest für ein Wochenende vergessen? Wo kann man sich stilvoll verkriechen, vorm knisternden Kaminfeuer Tee trinken und sich in flauschige Bademäntel kuscheln? Im kitschig–schönen Zillertal zum Beispiel, oder im Angesicht der imposanten Leoganger Steinberge, in Augenhöhe mit den Zirbenbäumen auf der Turracher Höhe oder im versteckten Lesachtal in Kärnten.

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass es mich ja ganz gerne von den Bergen direkt ans Meer zieht. Das, was man nicht hat, ist eben immer ein bisschen interessanter als das, was genau vor der Haustüre wartet. Wann immer ich auf Reisen erzähle, dass ich in Salzburg zu Hause bin, kann ich stets mit einem neidvollen “Ohh” oder begeistertem “Ahh” rechnen. Ja, der Winter, die Berge, der Schnee. Ach, wie schön, muss das sein, mittendrin zu wohnen. Nun ja, für eine, die den Sommer verehrt, hält sich die Freude für die kalte Jahreszeit etwas in Grenzen. Dennoch habe ich gelernt – Yoga und den Einsichten des Alters sei Dank – die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Und die Schönheit im für mich notwendigen Übel zu erkennen. Ja, auch der Winter hat doch seine Reize! Wenn die Sonne scheint, der frische Schnee unter den Füßen knirscht und man die Natur beim Müßiggang beobachten kann. Und damit nicht genug: Ich mag mein kleines Alpenland! Ganz ehrlich, jetzt! Nicht nur, weil es sich so gut auskennt mit dem Winter, sondern weil das wunderbare Zirbenholz hier wächst und weil das Du-Wort über 1.000 Meter Seehöhe etwas Herzerwärmendes hat.

Und je mehr ich von der Welt gesehen habe, desto mehr schätze ich diese authentische bodenständige Gastfreundschaft, die gleichzeitig mit Professionalität auf höchstem Niveau brilliert. Was man in Österreich in Sachen Gastronomie und Hotellerie auf die Beine stellt, ist wahrhaft konkurrenzlos, behaupte ich jetzt mal! Feinsinnige Hotelkonzepte findet man selbst an den entlegensten Orten, die dem Wort “Hideaway” alle Ehre machen. Geführt werden sie in zweiter oder dritter Generation. Mit hohem persönlichen Einsatz werden sie erweitert, verbessert, erneuert – und dennoch spürt man die authentischen Wurzeln und den ursprünglichen Charme in der alten Stube, die man unverändert beibehalten hat.

Ich mag das. Auf meiner alpinen Tournee habe ich vier außergewöhnliche Refugien ausfindig gemacht, die mit ihren ganz individuellen Qualitäten punkten. Jedes für sich ist auf seine ganz eigene Art außergewöhnlich, ob nun die Architektur, den Service oder die einzigartige Lage betreffend. Ich war im schönen Zillertal in Tirol. Ich habe einige Serpentinen auf mich genommen, um das für mich bis dahin unbekannte Lesachtal in Kärnten zu entdecken. Endlich bin ich vom Millstätter See ein Stückchen weiter, nämlich hinauf auf die Turracher Höhe gefahren. Und ich wartete geduldig im Tal, bis man mich durch viel Schnee auf den Asitz hoch über Leogang beförderte. Und hier sind sie nun – meine 4 schönsten Winterverstecke in den Alpen – und das, was sie für mich ganz besonders macht!

Holzhotel Forsthofalm, Leogang

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Kommt man so wie wir mitten im Schneetreiben in Leogang an, wird man schnell merken, dass die Forsthofalm ein Hideaway im wahrsten Sinne des Wortes ist. Schneeketten werden empfohlen, um das Holzhotel auf 1.050 Meter Seehöhe zu erreichen. Es liegt direkt neben der Piste, was für uns an diesem Wochenende eigentlich gar nicht so wichtig ist. Lieber lasse ich mir den permanenten Duft von Zirbenholz, Bergkräutern und frisch gebackenem Brot um die Nase wehen, wenn ich nicht gerade Cappuccino zu Loungemusik trinke während das Feuer im puristischen Kaminofen knistert. Urban-chice Lebenswelten tun sich zwischen den umweltfreundlichen Holzwänden auf. Eine Bibliothek mit allen Klassikern und Cocktailstühle im 50’s-Style finde ich auf dem Weg zum Zimmer. Im Spa werden die heimischen Bergkräuter zu Peelings, Ölen und Lotions verarbeitet. Man kocht wunderbare Gerichte für Veganer, aber legt auch gerne ein saftiges Steak auf den offenen Grill. Dazu kredenzt man Craft-Bier und naturbelassene Weine. Ob Dinner oder Bio-Frühstück – man gibt sich lieber modern und lässig als sich in traditioneller Dirndl-Romantik zu verlieren. Die Seele des Hotels spürt man spätestens dann, wenn es sich die Senior-Chefin nicht nehmen lässt,  ihren Gästen höchstpersönlich einen guten Morgen zu wünschen. // www.forsthofalm.com

FYT-Highlight >> Im “Klein Eden” Zirbenzimmer aufwachen, die Vorhänge zur Seite ziehen und durch die große Fensterfront den weiten Blick über die verschneiten Berge genießen!

Hotel Hochschober, Turracher Höhe

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Vom Bahnhof Spittal geht es auf wildromantischen Straßen in luftige Höhen. Der versierte Taxifahrer klärt mich auf, dass es sich bei den schönen Bäumen mit den abgerundeten Wipfeln um Zirben handelt. Hier wachsen sie also, die Bäume, deren Holz so herrlich duftet und das sogar die Herzfrequenz senkt. So viel habe ich schon von der Turracher Höhe und den vielseitigen Winteraktivitäten in der Region gehört und gelesen, doch erst jetzt wage ich mich auf die Seehöhe von 1.763 Metern, um das Hotel Hochschober zu besuchen.

Beschaulich liegt es am Turracher See, der sich vor meinem gemütlichen Zimmer ausbreitet. Gleich daneben steht der Chinaturm mit seinem geschwungenen Dach, den man überall nur nicht hier vermuten wurde. Dort ist Platz für authentische Teezeremonien, Ayurveda- und TCM-Treatments sowie Yogaeinheiten mit Seeblick. Und dann wäre da noch der weitläufige Spa mit seinen unzähligen Möglichkeiten. Im orientalischen Hamam abzutauchen ist nur eine davon. Leseratten und Workaholics wird man in der Bibliothek finden. Kaum ein Bestseller, der hier nicht im Regal lehnt. Genüsslich lässt man sich mit Laptop oder Buch auf einer Liege unter dem gläsernen Dach nieder. So wird entschleunigtes Arbeiten ein Stück unterhalb der Baumgrenze möglich. // www.hochschober.com

FYT-Highlight >> Zum Frühstück schlendern, die Vitamine eigenhändig durch die Saftpresse jagen und sich den perfekt zubereiteten Espresso macchiato von der Kaffeebar abholen.

Almwellnesshotel Tuffbad, Lesachtal

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Nach einer kurvigen Fahrt durch unwegsame Täler, scheint man es sich verdient zu haben, in die wohl echteste und herzlichste Atmosphäre einzutauchen, die man in abgeschiedener Höhenlage finden kann. Man verabschiedet man sich am besten gleich in Gedanken von Internet und Telefon und lässt sich stattdessen vom Lesachtaler Heu und vom Mineralwasser aus der hoteleigenen Quelle betören. Man könnte meinen, das ganze Dorf arbeitet mangels ablenkender Vergnügungen im Almwellnesshotel – und das mit leidenschaftlicher Hingabe. Das Miteinander fühlt sich genauso ehrlich und echt an, wie das Verwöhnprogramm, das den Gästen abwechselnd im Spa und im Restaurant serviert wird. Da wie dort treibt man den Grad der dekorierten Gemütlichkeit liebevoll bis an seine Grenzen. Beim Frühstück erlebt man zwischen Kräutertees und Bio-Käsesorten den Himmel auf Erden, der sich über den Nachmittagssnack bis zum Abendessen ungebrochen fortsetzt. In der Saunaalm duften die Tannenzweige mit dem Heu um die Wette. Wenn man will, spaziert man einsam auf einem Rundweg durch unberührte Natur und in frischer Bergluft. Sobald die Abreise naht und man frisch gebackenes Brot mit auf die Reise bekommt, wünscht man sich, eingeschneit zu werden, was sogar schon passiert sein soll. // www.almwellness.com

FYT Highlight >> Bei einer ach so entspannenden Massage die warmen Heustempeln mit den Kräutern von der Tuffbad-Alm auf sich wirken lassen und als Erinnerung ein Lesachtaler Kräutersäckchen mit nach Hause nehmen.

Hotel Elisabeth, Zillertal

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Hirschgeweihe, geschnitztes Holz, alte Gemälde, Bleiverglasungen – im Zillertal liebt man es, mit geschmückter Üppigkeit aufzutrumpfen. Auch im Hotel Elisabeth in Mayrhofen will man die gelebte Tradition nicht ganz verleugnen. Man spürt sie in der Lobby und in den holzvertäfelten Stuben. Gründlich umgebaut und mit dem Untertitel “Premium Private Retreat” versehen, hat man aber auch eine moderne Oase für höchste Ansprüche geschaffen. Meine Suite verbindet alpine Opulenz mit modernem Understatement – Kissen aus Samt, Altholz an der Wand und ein perfektes Lichtkonzept. Das Badezimmer ist eine luxuriöse Wohlfühlzone, die man gar nicht mehr verlassen würde, wäre da nicht der edel gestaltete Elisense-Spa mit seinem lässigen Zen-Ambiente. Wenn umrahmt von dunklem Stein das Feuer neben dem Pool flackert, macht die Zillertaler Tradition eine gelungene Pause. Beim Abendessen geht die Chefin des Hauses von Tisch zu Tisch, um sich zu persönlich davon zu überzeugen, dass die nach gesunden Gesichtspunkten zubereiteten Gerichte auch schmecken. Wie gut, dass der Kaiserschmarrn so sündig also gar nicht sein kann. Überaus zuvorkommend wird man von den freundlichen Mitarbeitern bedient, die alleine schon mit den Gläsern, Tellern und dem Besteck auf den üppig gedeckten Tischen vielbeschäftigt sind. Aber so ist es eben das Zillertal, in dem gerne etwas dicker auftragen wird. Nur laut schreiende Kinder wird man im Adults only-Hotel nicht finden. Auf so viel Ruhe stoße ich an – mit einem Averna mit Zitrone auf Eis an der geschichtenerzählenden Hotelbar! // www.elisabethhotel.com

FYT Highlight >> Nach einer Beauty-Behandlung im effektvoll beleuchteten Pool abtauchen und dabei der Unterwassermusik lauschen. Sich dann in den Bademantel mit hohem Kuschelfaktor hüllen und nicht mehr tun als genüsslich eine Tasse Tee zu trinken.

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