FYT Retreat Review: Yogafriends Fuerteventura – Yoga, Sonne, Vulkane & Meer

22. Februar 2017
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Wo stillt man im Februar die Sehnsucht nach Sonne & Yoga am Meer? Bei den Yogafriends auf der Kanareninsel Fuerteventura!

Die Empfehlung, im Februar nach Fuerteventura zu reisen, war ja schon in meinem Blogpost mit den besten Yogaretreat-Tipps für 2017 zu lesen. Mein Trip auf die Kanareninsel ist aber nicht nur der Beweis, dass ich meine Tipps selbst befolge, vielmehr steckte eine dringliche Notwendigkeit dahinter. Der Februar ist nämlich die Zeit des Jahres, in der meine Energien aufgebraucht sind. Ausflüge in alpine Schneelandschaften und die Investition in ein Lichttherapiegerät waren nicht ausreichend, um mein mentales High aufrecht zu erhalten. Prompt wurde mir das – wie immer um diese Jahreszeit – mit einer Erkältung quittiert. Meinen Yogaurlaub auf Fuerteventura sah ich trotzdem keinesfalls in Gefahr und ließ mir von meinem Arzt versichern, was ich selbst schon vermutete: „Die Meeresluft wird Ihnen gut tun!“

Also flog ich nach jahrelanger Abstinenz auf die Kanaren, meinen misslungenen Urlaub auf Teneriffa nur noch in blasser Erinnerung. Die rund viereinhalb Stunden Flugzeit lassen sich samt Schnupfennase gut überstehen, auch wenn man sich mit Superfoods ausrüsten sollte, will man nicht auf Currywurst à la AirBerlin angewiesen sein. Bestimmt kennen viele Sonnenanbeter dieses Gefühl, wenn man nach einem viel zu langen Winter aus dem Flugzeug entschwebt, mit Schmetterlingen im Bauch sein Gepäck auf dem Rollband erwartet und dann zum ersten Mal die warme Luft auf der Haut spürt und einen tiefen Atemzug nimmt, der bestätigt, dass man sein Ziel erreicht hat.

Den zweiten tiefen Atemzug voller Vorfreude und Glückseligkeit nahm ich eine halbe Stunde später beim Betreten der Casa Yogafriends. Hier bin ich! Angekommen! Ich hätte mir für die geniale Idee, eine Yogawoche auf den Kanaren zu verbringen, am liebsten selbst auf die Schulter geklopft. Mein Husten war als Winter-Souvenir zwar mitgekommen, doch in meinem Kopf hatte sich bereits ein Schalter umgelegt. Ja, bestimmt, die Meeresluft wird mir gut tun!

CASA YOGAFRIENDS >>

Wohnen bei Freunden. So fühlt es sich an. Betreut wird man von einem bunten Team: Svenja managt das Haus, Basti werkt in der Küche, Mike ist für das Outdoor-Programm zuständig, Eleonore und Kim singen Om und machen den Krieger. Auch Annette wird man auf und abseits der Yogamatte treffen, denn sie ist es, die die Yogafriends-Retreats mit ihrem Partner Miguel vor rund 3 Jahren ins Leben gerufen hat. Die Casa Yogafriends ist ein ansprechendes Refugium im Norden Fuerteventuras und verströmt in der für die Insel charakteristischen Bauweise reduzierte Zen-Atmosphäre. Hauptgebäude, Yogaraum und Gästezimmer reihen sich um den geschützten Innenbereich mit Pool und verschiedenen Relax-Bereichen. Das Herzstück der Casa ist die Lounge mit offener Küche. Hier oder auf der Terrasse trifft man sich zu den Mahlzeiten oder wann immer man Lust auf Wasser, Tee und frisches Obst hat. Meine Purple Suite überzeugt mich mit ihrem klaren Interieur – schlicht und trotzdem gemütlich. Im Badezimmer könnte man Tango tanzen, geduscht wird auf großzügiger Fläche hinter einer Glaswand.

YOGA & OUTDOOR-ACTIVITIES >>

Als Morgenmuffel bin ich äußerst dankbar für den kurzen Weg zum Yogaraum. Das erste Om erklingt um 8.15 Uhr. Nach einer 90-minütigen Tri Yoga-Einheit mit Kim lockt das Frühstück als nächstes Highlight des Tages. Täglich um 18.00 Uhr unterrichtet Eléonore die Abendsessions. Dazwischen bleibt viel Zeit für Vulkanwanderungen, Cliff Walks und Biketouren mit Mike.

Mit Klangschalen, Bolstern, Blöcken, Decken, Gurten und griffigen Manduka-Matten ist der Yogaraum perfekt ausgestattet. Zur Freude aller wird das Morgenyoga einmal am Strand ausgetragen. Der Silent Walk ist die perfekte Einstimmung auf die Sonnengrüße mit Meerblick. Das Frühstück wird mit Porridge, Fruchtmus und Tee kurzerhand in ein Strand-Picknick verwandelt.

SOULFOOD >>

Mit Müslis, frisch gemixten Smoothies, Papayas und Bananen aus dem Garten, Walnussbrot, gekochten Eiern, butterweichen Avocados, Ziegenkäse und Marmelade erfüllt das Frühstück alle Wünsche. Auf Kaffee wird bewusst verzichtet, was mir nicht schwer fällt (zumindest nicht mit der späteren Aussicht auf einen Café con leche & Schokoladentarte im Café Mazzo in Lajares). Ingwer-Tee und Pukka-Tees sind ein würdiger Ersatz für das fehlende Koffein. Das Veggie-Dinner bereitet Basti in entspannter Surfer-Manier zu: Salatbowls, Brokkoli- und Gurkensuppe, Chili sin Carne, Gemüse-Pasta und Früchte mit Schokoloadensauce zählen zu seinem Repertoire.

BESONDERE HIGHLIGHTS >>

Eine einstündige Massage bei Jorge ist im Programm inkludiert und man würde wirklich Großes verpassen, würde man sich nicht unter seine Hände begeben. Man ist verleitet, ein zweites Treatment bei Jorge zu buchen, der ebenso gut aussieht, wie er sein Handwerk versteht.

Auch eine 1-to-1-Yogasession gehört zum Retreat-Package. Sind Einzeltrainings generell eine gute Idee, um mit dem Lehrer an der eigenen Praxis zu feilen, fand ich es toll, dieses besondere Extra im Rahmen meiner Yogareise zu genießen.

GUT ZU WISSEN >>

Digital Detox: Internet-Junkies & Workaholics sollten sich auf eingeschränktes WIFI gefasst machen, das nur zwischen 16.00 und 18.00 Uhr zur Verfügung steht.

Die Casa Yogafriends liegt nicht am Meer. Für den Beachday sollte man sich daher mit einem Mietwagen ausrüsten oder sich auf eines der Mountainbikes schwingen (welche sich für einen Beachcruiser-Fan wie mich allerdings als zu abenteuerlich erwiesen).

Yogaprogramm und Lehrer variieren in jeder Woche. Wer einen bestimmten Yogastil bevorzugt oder nur mit erfahrenen Lehrer üben möchte, sollte sich vorher erkundigen, was geboten wird. Ich selbst ließ mich gerne von den spannenden Ausrichtungsprinzipien des TriYoga-Stils überraschen, die Kim – eine amerikanische Yogalehrerin, die in Sizilien lebt – mit akribischer Leidenschaft unterrichtete. Als Kontrast zum detailverliebten TriYoga am Morgen unterrichtete die Französin Eléonore, die zuvor als Zirkusartistin durch die Lande zog, abends in beschwingter Unbekümmertheit ihre eigene Form des Hatha Yoga. Alle Yogastunden wurden in englischer Sprache abgehalten.

FAZIT >>

Gerade im Februar sind die Yogafriends Fuerteventura eine perfekte Yoga-Destination, um dem Winter zu entfliehen. Wer nicht mit dem ambitionierten Ziel kommt, Handstand und Lotussitz zu perfektionieren, sondern einfach den wohlverdienten Urlaub an einem schönen Platz an der Sonne mit Yoga und diversen Outdoor-Activities garnieren möchte, ist in der Casa Yogafriends bestens aufgehoben. Die familiär-lockere Atmosphäre ist ideal für alle, die zwar nicht ganz alleine verreisen, aber dennoch übertriebene Gruppendynamik vermeiden möchten. Und so wie Immobilienmakler gerne von einer „Wohnung mit Penthouse-Charakter“ sprechen, ordne ich diese Woche als gelungenen „Yogaurlaub mit Retreat-Charakter“ ein. Und ja, die Meeresluft hat gut getan! Die Wärme, das Yoga, das gute Essen und die nette Gesellschaft auch!

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FUERTEVENTURA: Die älteste der Kanarischen Inseln ist von weiten Vulkanlandschaften geprägt und nur dünn besiedelt. Üppiges Grünflächen findet man kaum vor, dennoch gedeihen hier unter anderem Aloe Vera, Papaya- und Bananenbäume.  Mit 800 Metern ist der Pico de la Zarza der höchste Berg Fuerteventuras. Die zahlreichen Surfer sorgen für lässiges Laidback-Flair.

RETREAT–LOCATION: Die Casa Yogafriends befindet sich im Norden Fuerteventuras am Rande des kleinen Ortes Lajares. Mit dem eigenen Mietwagen oder mit dem Yogafriends-Shuttle erreicht man die Villa in rund 30 Minuten. Die wöchentlich stattfindenden Retreats können direkt auf der Yogafriends-Website gebucht werden.  

ANREISE: Ich habe meinen Flug bei Momondo* gesucht und gefunden. Um 200 Euro ging’s mit AirBerlin von München nach Fuerteventura und mit Condor wieder zurück. Die Flugzeit von München nach Fuerteventura beträgt circa 4,5 Stunden.

 

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4 Comments

  • Reply Annette 2. März 2017 at 12:29

    Vielen Dank für den meisterhaft geschriebenen Artikel und wirklich schöne Fotos!!! Liebste Grüße, Annette

    • Reply Jeanette 3. März 2017 at 18:31

      Und ich sag‘ danke für die schöne Zeit! :)

  • Reply marusa 3. März 2017 at 09:10

    Wie sind die Temperaturen im Februar? Ist es einer der kühleren Monate?

    • Reply Jeanette 3. März 2017 at 18:29

      Ja, es ist bestimmt einer der kühleren Monate und kann sehr wechselhaft sein! Ich hatte aber ein paar sehr schöne und sonnige Tage bei mehr als 20 Grad dabei!

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