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Palma de Mallorca: So relaxt kann ein Städtetrip sein! Mit Yoga.

Mallorca ist eines meiner Lieblingsziele, wenn es darum geht, den Sommer zu  verlängern. Um in Palma, der Hauptstadt der Insel, stilvoll aufzutanken, braucht es nur fünf Tage – und ein bisschen Yoga.

Es hilft, wenn man schon mal da war. Man kennt den Flughafen, man weiß, dass man um knappe 20 Euro mit dem Taxi in nur 15 Minuten in der Altstadt ist. Man weiß, wo der Café con Leche am besten schmeckt, wo die Pimientos de Padrón am knackigsten sind und wo man Sangria bestellen kann, ohne ausgelacht zu werden. Natürlich weiß man auch, dass selbst das gediegene Flashpacker-Budget beim bloßen Gedanken an das Hotel Très oder Puro Hotel im La Lonja Viertel an seine Schmerzgrenze kommt. Und so gerne würde man endlich mal im Santa Clara Urban Hotel & Spa übernachten, aber auch das gibt’s nicht zum Dumping-Preis. Also sucht man nach leistbaren Alternativen. Eine solche habe ich mit dem UR Hotel Mision de San Miguel tatsächlich gefunden.

Ich war überrascht, wie fein es sich hier fünf Nächte lang wohnen ließ. Ok, die Badezimmertür klemmte und die Seife wurde zum Leidwesen meiner Zimmergenossin erst auf Nachfrage ausgetauscht. Das Zimmer lag in einem ruhigen Seitentrakt (Mein Flashpacking-Tipp: IMMER die Kommentarfunktion bei der Online-Buchung ausfüllen, z.B. “bitte ruhiges, schönes Zimmer” – somit ist schon mal klar, dass man ein Sonderwunsch-Gast ist, dem man nicht die hässlichste Besenkammer unterjubeln kann!). Auch wenn man gelegentlich hörte, dass sich die an einer Außenwand montierte Klimaanlage aufbäumte. Dinge, die ich bei vier “spanischen” Sternen akzeptieren kann. Hauptsache das Gesamtfeeling stimmte. Und das tat es.

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Das UR Mision de San Miguel ist ein kleines Zuhause mitten in Palma. Vielleicht liegt es an dem der Lobby vorgelagerten Patio. Die Lobby, die übrigens auch eine Bar namens “Miso” beherbergt. Aus welchen Gründen auch immer dürfte diese nicht gerade zu den beliebtesten Hotspots der Stadt zählen. Will man seinen Wein alleine trinken, ist man hier genau richtig.

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Ich bin selten bereit, das Hotelfrühstück für 11 Euro oder mehr zu buchen, nur um dann mit schlechtem Kaffee, der um 10.30 Uhr eisern abserviert wird, bestraft zu werden. Viel lieber schlendere ich durch die Gassen und such’ mir mein Frühstücksplätzchen wann und wo es mir passt. Und so kam es, dass ich den Plaça de Cort passierte und dort Bistrostühle entdeckte, die ich dort zuvor noch nicht gesehen hatte. Erst als ich beim Ordern des Frühstücks gefragt, ob ich Hotelgast sei, dämmerte es mir: Es musste ein Hotel sein, auch wenn nichts an den telefonzellenroten Türen und Fenstern darauf hindeutete. Gut, der versierte Flashpacker geht der Sache nach und stellte fest: Es ist das vor wenigen Monaten eröffnete Designhotel Cort. Hübsches Innendesign, vier Sterne Superior und Suiten mit allerlei Extras. Ok, vielleicht ja beim nächsten Mal!

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Um den Sommer auch im Oktober zu spüren, musste ich natürlich meine Zehen nochmals ins Meer tauchen. Dazu wandert man am besten der Promenade entlang – von der Kathedrale über Portixol bis nach Cuidad Jardin. In den Beach Clubs war noch Hochbetrieb. Leider ließ ich mich im Nassau Beach zu einem Aperol hinreißen, den ich um 8.50 Euro im Pappbecher auf meine Sonnenliege mitnehmen durfte, die aber dennoch nochmals 9 Euro gekostet hätte. Ich empfehle daher allen, die mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben wollen und das künstlich aufgesetzte Getue einer ziemlich kurios wirkenden, deutschen Jet-Set-Gesellschaft gepaart mit ziemlich miesem Service vermeiden wollen, am Nassau Beach geradeaus vorbeizulaufen!

Es gibt ja zum Glück viel bessere Locations als es so ein schnöder Beach Club je sein könnte. Ganz luxuriös, ganz privat. Und damit sind wir auch schon bei dem eigentlichen Grund meiner Mallorca-Reise: Ein Yoga-Workshop, den Brent und Claudia von Yoga Mallorca mit der unglaublich biegsamen Kanadierin Meghan Currie veranstalteten. Drei Tage gab’s Yoga Flows, Chaturangas und Armbalances. Und das alles im großzügigen Wohnzimmer einer Stadtvilla, die einem ziemlich netten Kerl namens Pablo gehört. Das Designersofa und Flügel rückte er zur Seite, um Platz für rund 40 Yogis zu schaffen. Nicht nur, dass der sympathische Pablo in der letzten Reihe seine bestmögliche Yoga-Performance gab, er ließ auch noch eine Catering-Crew antanzen, die uns am dritten und letzten Workshop-Tag mit Tapas und Wein versorgte. Na, das nenn ich doch mal ein Yogaretreat!

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Und weil es einfach so viel mehr Spaß macht, an seiner Yogapraxis zu feilen, Tapas zu essen, Sangria zu trinken, durch Palmas Altstadt zu wandern und mit nackten Füßen durch warmen Sand zu spazieren, hab’ ich meine Freundin Brigitte nach Palma entführt. Der solide deutsche Name täuscht. Denn Yogini Brigitte ist eine in Jordanien geborene Libanesin, die in Kanada studiert, in New York und Dubai gearbeitet hat und nun der Liebe wegen nach Köln gezogen ist. Ja, ich würde sie als passionierte Flashpackerin, Cosmopolitin und Glamour-Queen bezeichnen. Nur nach Mallorca hatte sie es zuvor noch nicht geschafft. Und ja, wir hatten tolle fünf Tage. Und ich sehe mich wieder einmal bestätigt: Wenn in Mitteleuropa der Sommer zu Ende ist, auf der Sonneninsel ist er das noch längst nicht!

FLASHPACKING-FACTS

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