Tested by FYT: Casa Modesta, Olhão, Algarve – Ein Familienprojekt mit Stil

16. Juni 2017
Casa-Modesta-Architektur

Olhão liegt zwischen Faro und Tavira. Ein Ort, an dem man nicht länger vorbeifahren sollte. Auch weil die Casa Modesta nicht weit ist.

Vor einiger Zeit habe ich ein neues Juwel an der Algarve entdeckt. Nirgendwo scheint die Dichte an hübschen B&Bs größer zu sein als im Süden Portugals. Just da, wo ich es am wenigsten erwartet hätte (und es auch sonst bestimmt niemand erwarten würde) steht ein architektonisch gelungenes Anwesen, das an einer unauffälligen Dorfstraße in der Nähe des Städtchens Olhão darauf wartet, gefunden zu werden. Nichts und niemand drängt sich hier auf. Selbst Carlos der Besitzer, winkt uns zwar freundlich herein, als sich das Tor langsam zur Seite schiebt, doch eine überschwengliche Begrüßung muss man nicht über sich ergehen lassen. Ach, wie charmant ich diese unaufgeregte Lebensart der Portugiesen doch finde! Wir kommen am Vormittag, für das Frühstück eigentlich zu spät, doch Carlos bittet uns trotzdem zum langen Holztisch unter dem Gewölbe, auf dem Keramikschalen auf Häkeldeckchen allerlei Köstliches präsentieren. Die Früchte kommen direkt aus dem Garten, den Kuchen hat die Mutter gebacken. Auch der Vater, der sich für den Garten zuständig fühlt, lässt sich kurz mit seinen Gummistiefeln blicken. Die Cousine kümmert sich um die Zimmer, der Bruder sorgt mit Massagen für das Wohlbefinden der Gäste. Kein Zweifel, die Casa Modesta ist ein echtes Familienprojekt!

Carlos zeigt uns das Nebengebäude, in dem der Großvater früher Boote gebaut hat. Jetzt ist dort eine Schauküche für Koch-Workshops untergebracht, der Massageraum und ein ziemlich abgefahrener Weinkeller, der sich per Knopfdruck unter den Bodenfliesen auftut. Der alte Brotbackofen blieb unverändert. Man kann ihn ja gut brauchen, genau so wie er ist.

Carlos begleitet uns zu unserem Zimmer. Ah, da ist sie ja, die lässige Fassade mit den Treppen hinauf zu den Dachterrassen, die schon in Zeitschriften und auf der Website zu bewundern war. Nein, dahinter steckt keine ausgefallene Design-Idee. Die Dachterrassen, die früher zum Trocknen von Fisch und Früchten dienten, wurden einfach nur zu Relaxbereichen für die Gäste umfunktioniert. Auch für Yoga sind die Outdoor-Flächen ganz wunderbar. Manchmal finden hier auch Yogasessions statt, die der Feel-Good-Manager der Familie, Carlos Bruder, unterrichtet.

Während ich noch über das stimmige Gesamtkonzept staune, montiert Carlos die Hängematte zwischen den beiden Treppen vor unserem Zimmer. Auch das Interieur ist alles andere als Einheitsware: Rostbraun und Weiß sind so ziemlich die einzigen Farben, die sich hier abwechseln. Stein, Keramik und Kork. Nichts, das überflüssig sein könnte und doch mit allem, was man braucht. Die Dusche ist das Highlight des Gästezimmers, das mit weißen Schiebetüren vom Bad abgetrennt werden kann. Das tiefe, geflieste Becken lässt viel Bewegungsspielraum und wird mit einem Lichtschacht von oben natürlich beleuchtet.

Und da wäre noch die Stille, die rund um die Casa Modesta herrscht. Ich freue mich über das Meer, das ich von der Dachterrasse aus sehen kann – ein wunderbarer Platz zum Meditieren, der der Hängematte große Konkurrenz macht. Carlos erklärt uns, wie wir zum Meer gelangen  – zu Fuß geht’s auf einem angelegten Spazierweg durch die ruhevolle Lagune bis zum Strand. Ja, mit dem Fahrrad wären wir etwas schneller gewesen. Beim nächsten Mal dann!

Die Casa Modesta ist ohnehin ein Ort, an den ich gerne wieder zurückkommen möchte. Auch würde ich gerne noch länger bleiben. Doch frühmorgens geht unser Flug nach Hause. Wir verabschieden uns am Vorabend von Carlos, der uns ankündigt, dass er ein „kleines Frühstück“ in der Schauküche für uns vorbereiten würde. Am nächsten Morgen kann ich ich meinen Augen nicht trauen: In entzückenden Schalen, Tassen, Körben und unter gläsernen Glocken warten Käse, Früchte, Joghurt und Brot und noch vieles mehr. Eine Schande, dass ich nicht eine halbe Stunde früher aufgestanden bin! Mit den aufgetischten Köstlichkeiten behalten wir die Casa Modesta jedenfalls noch viel besser in Erinnerung!

Casa Modesta Tor

Casa Modesta Haupthaus Treppe

Breakfast-Casa-Modesta

Strand-Olhao-Algarve

Architektur-Casa-Modesta-Olhao-Algarve

Dachterrasse-Liegestuhl-Algarve-Portugal

Flaschen-Design-Casa-Modesta

Kamin-Kueche-Casa-Modesta

Interior-Casa-Modesta-Algarve

Meditation-Dachterrasse-Casa-Modesta-Algarve

Wanderung-Lagune-Olhao

Lagune-Olhao-Algarve

Fischernetz-Vorhang-Casa-Modesta

Biopflegeprodukte-Casa-Modesta-Algarve

Tongeschirr-Casa-Modesta

Casa Modesta, Olhão

Quatrim do Sul, 8700-128, Olhão, Algarve // www.casamodesta.pt

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Dinge, die man vermissen könnte…

  • …Urbanität. Für Stadtmenschen, die Action brauchen, könnten so viel Ruhe und Abgeschiedenheit zur Herausforderung werden. Will man etwas erleben, muss man zumindest bis nach Olhão fahren. Ein Mietwagen ist für die Anreise ein Muss.

Dinge, die man nicht erwarten würde…

  • …ein ausgefeiltes Gesamtkonzept, das manche Designhotels nicht besser hinbekommen. Die familiäre Note wirkt authentisch und nicht aufgesetzt.
  • …dass man zu jeder Zeit in Ruhe gelassen wird. Die Gastgeber sind da, wenn man sie braucht, drängen sich aber zu keiner Zeit auf.
  • …dass bei Abreise im Morgengrauen ein ‚kleines‘ Early Bird-Frühstück bereitgestellt wird, das wunschlos glücklich macht.

Light-Design-Guesthouse-Algarve

Muscheln-Strand-Algarve

 

Hinweis: Danke an Carlos für die außergewöhnliche Gastfreundschaft, das tolle Frühstück und die Übernachtung in der Casa Modesta. Dieser Blogpost gibt ausschließlich meine ehrlichen Meinungen und authentischen Erfahrungen wider.

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