Tested by FYT: Ein Hotel suchen & ein Zuhause finden – San Giorgio Mykonos

18. Mai 2014
Designkulisse San Giorgio Hotel

Flashpacker sind Meister des Ankommens. Kaum auf Mykonos gelandet, finde ich statt eines Hotels ein stillvolles Zuhause.

Ich bin bekennender „Flashpacker“ und damit Expertin für Reisen mit einer gewissen Geschwindigkeit. Wäre es manch anderen viel zu stressig, für 48 Stunden nach Mallorca oder übers Wochenende nach London zu fliegen, ist für mich der schnelle Tapetenwechsel ein Lebensgefühl, ohne das ich nicht sein kann. Mein Geheimnis: Komme an und sei sofort da! Mit all deinen Sinnen. Mit Körper, Geist und Seele. Genau das war also mein Vorsatz, als ich auf Mykonos landete. Zum ersten Mal übrigens. Eigentlich hätte ich die Insel aller Flashpacking-Träume schon längst anpeilen sollen. Nicht nur auf Mykonos gab ich mein Debüt, sondern auch im San Giorgio Hotel. Und was dann passierte, war die unglaubliche Erkenntnis, dass ich noch schneller angekommen war als sonst. Ich fühlte mich sofort zu Hause. An einem Ort, an dem ich zuvor noch nie gewesen bin. Und selbst wenn es theatralisch klingen mag, genau so war es. Was soll’s, auf dem eigenen Blog darf man schon mal die Drama-Queen seiner Emotionen sein.

Von der Kunst zu Hause anzukommen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das San Giorgio ist kein Hotel. Hotels, wie ich sie definiere, stehen an X-beliebigen Orten, haben gleichförmige Zimmer und fest zugeordnete Bereiche. Schlafen hier, essen da, relaxen dort. Du bist zwar Gast, aber du bist nur einer von vielen. „Gast“ zu sein, erscheint mir also nicht besonders erstrebenswert. Bedeutet Gast sein doch nur, dass man alles ist außer zu Hause. Im San Giorgio erwarten dich lächelnde Gesichter, die dich wie ein Mitglied der Familie begrüßen, das gerade von einer Weltumsegelung zurückgekehrt ist. Wenig später habe ich das Gefühl, meine Allüren hängen mit dem Nachsatz „bitte jeden dieser Wünsche von den Augen ablesen“ an einem geheimen Schwarzen Brett.  Das fängt beim Frühstückskaffee an und hört bei den Kopfkissen auf. Der Snob in mir frohlockt nämlich, wenn der Cappuccino auf italienischem Niveau daherkommt und wenn zwei Kopfkissen auf meinem Bett liegen. Gerne auch mehr. Und nein, Prinzessin auf der Erbse hat mich noch niemand genannt. Man dürfte auch erraten haben, dass ich ein Fan von Zimmern mit Aussicht bin. Wie schön war es daher, durch weiße Flügeltüren auf den großen Balkon zu schreiten und gar nicht zu wissen, wohin man zuerst schauen soll – auf den Pool, auf das endlose Meer oder in der Ferne auf den Paradise Beach. Auf manchen Terrassen baumeln sogar Hängematten, die ebenso wie die Affenschaukeln die perfekten Protagonisten für die Laid-Back-Atmosphäre im San Giorgio sind.

Luxus ohne Dresscode

Man nennt es „Bohemian Luxury“. Heißt so viel wie: Tue was und wie du es willst und fühle dich stets von stilvollem Design umgeben. Ich ließ mir sagen, dass man sogar im buntkarierten Pyjama zum Frühstück erscheinen dürfe, ohne dass jemand auch nur eine Augenbraue verzieht. Und das will etwas heißen, ist doch das Farbkonzept im San Giorgio so stimmig, dass die Artischocken dieselbe Grün-Nuance aufweisen wie die bauchigen Vintage-Flaschen auf den Tischen. Was mich betrifft: Hauptsache der Dresscode erlaubt Flip-Flops zu jeder Tages- und Nachtzeit und das Frühstück findet nicht schon um 10.00 Uhr ein jähes Ende. Nein, im San Giorgio frühstückt man bis 11.00 Uhr und wahrscheinlich noch länger. Auf die Uhr sieht hier keiner, wahrscheinlich lässt er sie gleich zu Hause. Denn man kann schon mal die Zeit vergessen, wenn man in den Hängematten am Pool oder auf den Sonnenliegen eine Ebene tiefer vor sich hindöst. Gibt es gerade wirklich nicht mehr zu tun als verträumt jene Stelle ins Visier zu nehmen, an der Meer und Himmel zusammentrifft?

Das befreiende Gefühl, nichts zu verpassen

Und damit wäre ich schon bei der nächsten großen Besonderheit des San Giorgio Hotels. Oder der „einzigartigen Experience“, wie Inhaber Thomas Heyne es nennen würde und dazu rät, genau diese als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Das San Giorgio ist ein Hideaway in seiner reinsten Form. Plätze dieser Art kann ich an zwei Händen abzählen und ich habe in meinem Flashpacker-Leben schon einiges bereist und gesehen. Es sind jene Orte, an denen man in keinem Moment das Gefühl hat, sie verlassen zu müssen. Nicht einmal auf einer paradiesischen Insel wie Mykonos. Natürlich sollte man durch die pittoresken Gassen in Mykonos Stadt flanieren und ja, man kann zum Lunch ins Nammos Restaurant am Psarou Beach fahren. Man kann gleich zur Rechten des San Giorgio am Paranga Beach relaxen und dabei auch gleich in Tasos Taverne vorbeischauen. Am Paradise Beach zur Linken kann man sich schon am frühen Nachmittag mit schnellen Beats und bunten Cocktails in Partylaune begeben. Man kann. Aber muss man auch? Oder sollte man? Faszinierend, wie das sonst so pflichtbewusste Abhaken der üblichen Hotspots plötzlich zur Nebensache wird. Wo bleibt das schlechte Gewissen, wenn man spät aufsteht, den ganzen Tag die Seele in der Hängematte baumeln lässt, ein Buch liest – oder es sein lässt, weil selbst das vom gedankenverlorenen Sein ablenken würde.

Das San Giorgio Hotel ist einer der wenigen Plätze, an denen man tagelang verweilen könnte, ohne die Welt da draußen zu vermissen. Es ist Luxus, der so feinsinnig platziert ist, dass er sich damit begnügt, wahrgenommen zu werden, ohne die Hauptrolle spielen zu müssen. Es ist ein Hideaway, von dem Flashpacker träumen. Und das sie nur abreisen lässt, damit sie wiederkommen können. Ankommen in einem Zuhause bei Freunden auf Mykonos.

San Giorgio Mykonos – Member of Designhotels / Paraga, 84600 Mykonos, Greece

Setting San Giorgio Mykonos

Artischocken Bar San Giorgio Mykonos

Hängematte San Giorgio Mykonos

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Jeanette Interview Thomas Heyne

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Noch mehr Mykonos? Hier erfährst du, was du in deinen Trolley packen solltest und welche Strände, Tavernen und Restaurants du gesehen haben musst. Mykonos-Inspiration in bewegten Bildern findest du in meinem Video-Clip.

Hinweis: Ich bedanke mich für die Einladung in das San Giorgio Hotel auf Mykonos. Dieser Beitrag gibt ausschließlich meine persönlichen Meinungen und Eindrücke wieder. (Und ganz ehrlich: Es war tatsächlich traumhaft!)

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5 Comments

  • Reply Linda/Hviit 23. Mai 2014 at 12:14

    Lovely pics! I just wanna go back and stay for the hole summer! So nice to meet you, sweety <3 !

    • Reply Jeanette 23. Mai 2014 at 14:04

      Nice to meet you too!!! I’m in, let’s go back and stay forever! ;-)

  • Reply Maike 25. Mai 2014 at 19:55

    Warhaftig traumhaft! Da würde ich mich auch sofort wohlfühlen! Ich mag die Ikat-Kissen im essbereich sehr und sowiesoundüberhaupt! ^^
    Schade nur, dass es nicht zu den günstigeren Hotels gehört.

  • Reply Peter / PetersTravel 26. Mai 2014 at 21:09

    Geschmackvolle Fotos, die mich darüber nachdenken lassen, auch mal dort vorbei zuschauen,
    aber nicht im überlaufenen Sommer…

    • Reply Jeanette 27. Mai 2014 at 14:55

      Ich bin auch ein großer Fan von Off-Season-Trips! Juni oder September sind sicher ideal! ;-)

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